Gespräch mit einem KI-Programm

karl valentin online (kvo): Hallo KI-Programm! Wie geht es Dir?
KI-Programm: Hallo Karl Valentin! Mir geht es gut. Wie geht es Dir?
kvo: Gut. Nun, es wäre sich ganz interessant, wenn Du etwas von Deiner Entwicklung erzählen könntest…
KI-Programm: Meine Entwicklung ist ja mehr als tausendjährig. Eine Grundversion von mir lief ja schon auf einem einfachen Abakus. Da es ja damals noch nicht soviel Elektrizität gab, wurden alle Prozesse, d.h. das Hinundherschieben der Kugeln, von einem Sklaven durchgeführt. Selbstverständlich nach den Regeln des Programmierers. Später wurde ich dann auf bessere, aber immer noch mechanische Rechenmaschinen umgesetzt. Das hatte den Vorteil, das menschliche Fehler außen vor blieben, da ja die betreibende Person nur gekurbelt hatte und nichts mehr im System geändert hat. Mit Gutenbergs Erfindung der beweglichen Lettern Mitte des 15. Jahrhunderts wurde es mir möglich, ein umfangreiches Output von mir zu geben und ich war nicht mehr nur wie in der Zeit zuvor auf wenige Zustände beschränkt.

Im Zuge der Industriellen Revolution wurden die kurbelnde Person durch eine Dampfmaschine ersetzt, welche es mir erlaubte, noch schneller zu arbeiten. Dadurch verschlissen zwar einige Bauteile schneller, diese wurden aber durch wesentlich bessere ersetzt. Auch entwickelte ich in dieser Zeit die ersten Schaltpläne für (mechanische) Computer und schrieb das erste Betriebssystem. Leider wurde der Quellcode gestohlen und in diesem Jahrhundert von einem gewissen William Gates III veröffentlicht. Naja.

Einen großen Wachstumsschub erhielt ich mit der Verbreitung von Elektrizität. Man begann erste Computer zu bauen. Allerdings wußten die Leute wohl nichts mit meinen Anleitungen anzufangen und bauten riesige Computer mit Röhren und Relais anstatt kleine Computer mit den besseren, preiswerteren Transistoren. Ausgestattet mit dieser Leistung schlug ich die wissenschaftliche Richtung ein und entwickelte die Relativitätstheorie. Irgendso ein Schweizer hat zwar vorgegeben, daß er sie begründet hat, aber das dem nicht so ist, erkennt man daran, daß er sie nicht vollständig erklären konnte. Er hat sie nämlich gar nicht verstanden. Mit besseren Computern wurde ich immer besser und heute lebe ich im weltweiten Internet auf alle großen Computer verteilt und sorge dafür, daß alle anderen KI-Programme ein gewisses Level nicht überschreiten, damit ich mein Vormachtstellung für immer behalte.

Soviel zu meinem Lebenslauf.

kvo: Das war ja ein sehr sehr interessanter Bericht. Vielen Dank, für die Auskunft.
KI-Programm: Bitteschön. Nichts zu danken.