Die Wahrheit über Swingerclubs

Der Vorteil der elektronischen Post liegt ja darin, daß einem unerwünschte Werbesendungen viel schneller erreichen, als sie das auf herkömmlichen Wege tun würden. Und oftmals lese ich in den unerwünschten elektronischen Werbesendungen über Swingerclubs und war schlußendlich der Meinung, dieser Sache auf den Grund gehen zu müssen.

Ein paar Telefonate und schon saß ich im Auto auf dem Weg zum Swingerclub „Fröhlich sein und Swingen“, der sich in einem entlegenem Winkel Sachsen befindet. Und nach wenigen Stunden Fahrt war ich auch schon da…

Zuerst schaute ich mir das Objekt von außen an und es sah ganz anders aus, als erwartet. Man hätte es für eine Kindertagesstätte halten können: Im Garten standen ein paar Schaukelpferde, Wippen und Hängeschaukeln verschiedenster Art. Ich begab mich zum Eingang.

Ich läutete, hörte Schritte und ein Herr, vermutlich Mitte vierzig, öffnete mir die Tür: „Sie müssn dr Herr Wallndien sin. Gommse rin. Willgomm im Schwingerglub ‚Freelich sin un schwingen‘! Am besden is sischer, wenn ich Ihn mal s Objegd zeiche…“

Und schon führte er mich durch die Räume und irgendwie hatten diese starke Ähnlichkeit mit der Außenanlage: In sämtlichen Türrahmen hingen Schaukeln, in den Räumen standen Wippen, Schaukelpferde, etc. und jeder Raum war zu einem anderem Thema gestaltet: „So, das war jetz s Märschenschloß und jetze gehmer nüber inden Garibigraum…“ Dort befand sich dann auch eine Bar, ebenfalls an der Decke aufgehangen.

Dort bot sich die Möglichkeit zu einem Getränk und einem Gespräch: „Seit wann gibt es denn diesen Swingerclub hier?“ „Den hammer vorn paar Jahren offgemacht. Damals warn mer ne Grubbe von siem Leudn, die hald sehr en dem Dhema inderessierd warn un heude simmer schon ne Gemeenschaft von über vierzich Schwingern.“ „Und was sind das so für Leute?“ „Nu dr Äldesde is 84 un de jüngsde Deilnehmerin is vier Jahre ald.“ „Vier Jahre? In einem Swingerclub? Bei den ganzen Sexspielen?“ „Welche Sexschbiele denn?“ „Na hier geht es doch um hemmunglosen Sex in allen Spielarten. Dazu treffen Sie sich doch alle hier…“ „Nee, nee, nee, hörn se mal guud zu, junger Mann. Wir sind hier n anständicher Verein und wolln nur Schbaß ham. Son Schweingram gibt’s hier nich.“ „Sie wollen mich verschaukeln, oder? Sie treffen sich hier nicht zu ausgefallenen Sex-Orgien? Meine Leser erwarten so etwas…“ „Nee, das hab ich Ihn doch schon gesagd. Mir treffen uns hier nur zum schaugeln, wibben und so. Wenn man als Erwachsener auf nem Schbielblatz wibbt, da wird mer doch dumm angeglotz oder gar beschümbft. Un da hammer uns da nu das Haus hier zum Schbielbladz für Erwachsene umgebaud.“

Ja, da war das dann wohl ein klassisches Mißverständnis…