Notizbuch und Fruchtgummi

Ein Notizbuch kann man überall kaufen. So etwas kauft, wenn man ohnehin andere Sachen zu besorgen hat oder geht einfach in den Schreibwarenladen um die Ecke. Es gibt keinen guten Grund, wegen eines Notizbuchs in die Innenstadt zu gehen.

Aber wer braucht schon einen guten Grund, in die Innenstadt zu kommen, wenn man die Karl-Liebknecht-Straße entlang laufen kann. Manchmal glaube ich, es gibt nichts schöneres, als am späten Nachmittag bzw. frühen Abend auf dieser Südmeile spazieren zu gehen.

Der Abbruch des alten Karstadt geht voran, außer viel Schutt und Baufahrzeugen ist nichts zu sehen.
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In der Hainstraße steuert ein Jugendlicher auf mich zu. Noch bevor er ein Wort sagt, ist mir klar, daß er aus irgendeinem Grund etwas Kleingeld haben möchte. Seine Geschichte ist ebenso unglaubwürdig wie sie lang ist, aber es ist schönes Wetter, ich habe gute Laune und auch ein paar Münzen über.

Ich kaufe, wie geplant, mein Notizbuch und beginne von der Blechbüchse aus meinen Heimweg. Der führt vorbei am Sachsenplatz, die Neugier läßt mich doch immer wieder Umwege laufen. Weiter geht es durch das Salzgäßchen, Reichsstraße und Neumarkt. Ich möchte mir das im Abbruch befindliche Karstadt auch noch von der anderen Seite anschauen.

In der Burgstraße organisiere ich mir noch etwas Fruchtgummi. Ich brauche ihn nicht als Wegzehrung, aber wenn man schon mal in der Stadt ist, kann man sich auch gleich damit eindecken.

Nun geht es wieder zurück. Der Weg in die Südvorstadt, zumindest wenn man den Petersteinweg stadtauswärts geht, führt durch eine Enge. Es ist nicht wirklich eine Enge, aber so ist das Stück Straße zwischen Wilhelm-Leuschner-Platz und dem Platz, wo sich Münzgasse, Härtelstraße, Beethovenstraße und Petersteinweg kreuzen, zumindest optisch etwas enger. Geht man stadtauswärts, so ist rechterhand die Polizei, die, so könnte man meinen, wachsam kontrolliert, wer diese Enge passiert.
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Kurz nach der Härtelstraße, gegenüber der Ständigen Vertretung, steht eine weiße Kuh auf dem Balkon. Bei diesem schönen Wetter wollte sie wohl nicht den ganzen Tag in der Stube hocken.

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An der Riemannstraße biege ich kurz ab, um mir die Peterskirche anzuschauen, die Schletterstraße führt mich zurück auf die Karl-Liebknecht-Straße.

Vor dem Pazzo stehen Strandkörbe. Ich frage mich, ob Strand vielleicht die Abkürzung für Straßenrand ist.
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Das House of Food wirbt noch immer dafür, am 24. März 2004 zu eröffnen. Ich glaube, sie haben bereits eröffnet. Davor sitzt ein älterer, unrasierter Herr, trinkt Wasser und raucht.

Kurz vor dem Ende meines Weges, vom Hotel Seeblick vielleicht 90 Schritte stadtauswärts scheint demnächst die Pension Fichtelbergbaude zu eröffnen. Ich frage mich schon, wie wohl die nächste Kneipe heißen wird. Bei einem näheren Blick lese ich etwas von Zimmervermietung. Vielleicht ist es ja doch eine Pension.

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