Sorry, wir haben die Landebahn verfehlt: Kurioses aus dem Cockpit

Angefixt durch die Beiträge auf SPIEGEL ONLINE, konnte ich nicht widerstehen, als ich das Buch in der Auslage einer Buchhandlung sah.

SPIEGEL ONLINE hatte dazu aufgerufen und viele, viele Leser folgten diesem Ruf und berichteten über ihre kuriosen, amüsanten, skurrilen, wasauchimmeren Flugerlebnisse.

Gegliedert ist das Buch in zehn Kapitel. Jedes Kapitel beginnt mit einer Einleitung, wo mit Anekdötchen der Leser auf die kommenden Erlebnisse vorbereitet wird. Nach all den Zitaten schließen die Kapitel mit Infoboxen ab, in denen Wissenswertes rund ums Thema Fliegen gibt.

Thema des ersten Kapitels sind Erlebnisse vor dem Start. Darin kann man lesen, daß in einer startbereiten Maschine Spiel mir das Lied vom Tod zu hören war oder sich eine Stewardess sich für die Verspätung entschuldigte, weil sich der Pilot erst noch mit dem Flugzeugtyp vertraut machen mußte.

Weiter geht es im zweiten Kapitel mit Berichten über die Sicherheitseinführung. Es ist schon interessant zu lesen, daß drei Toiletten mit Kameras ausgestattet sind, oder man im Fall eines plötzlichen Druckabfalls optimistisch sein soll.

Im dritten Kapitel geht es dann richtig rund, denn da sind Turbulenzen das Thema. Hier geht es um Co-Piloten, denen schlecht wird, Luftlöcher, verschütteten Kaffee und alles, was sonst noch so zur Unterhaltung beiträgt.

Wer noch immer keine Angst vorm Fliegen hat, kann im vierten Kapitel über technische Probleme lesen. Hier geht es unter anderem um ausgefallene Instrumente, kleine gelbe Feuerwehrautos, die man ignorieren soll und Löcher in den Türen.

Im fünften Kapitel geht es um ferne Länder und ihre Sitten und merkwürdige Übersetzungen. Man kann lesen, daß die Dicken bereitgehalten werden sollen, daß das Englisch der Fluglotsen nicht überall gut ausgeprägt ist und daß es eine Menge Tiere gibt, die einen im Fall einer Notlandung verspeisen wollen.

Im sechsten Kapitel geht es dann um Flugpersonal, welches öde Routineflüge etwas unterhaltsamer gestalten will. Berichtet wird von Gepäck, welches, falls es vergessen wird, am nächsten Tag auf eBay zu finden sein soll, von Stewardessen, die die Passagiere nach Gelüsten oder sonstigen Begierden fragen und trinkenden Piloten.

Heite geht es im siebenten Kapitel mit schlechtem Wetter weiter. Thema sind hier Sturm, Schnee, dichter Nebel, vereiste Landebahnen etc.

Thema des achten Kapitels sind Blödeleien über den Wolken. Hier kann man lesen, wie Offiziere die Reiseflughöhe vergessen haben, wie Passagiere bei einer harten Landung glaubten, daß sie abgeschossen worden sind und wie der Kapitän um den Zündschlüssel bittet, weil er endlich losfliegen will.

Nach so langer Zeit in der Luft wird es Zeit für die Landung, was dann auch Thema des neunten Kapitels ist. Hier geht es um abgebrochene Landungen, harte Landungen, Aufschläge, kontrollierte Abstürze und andere Flugabschlüsse.

Im zehnten und letzten Kapitel geht es um Abschied. Keine Angst, es geht nicht um Tod. Viel mehr geht es um fehlende Gangways, die Suche nach günstigen Parkplätzen und Autopiloten, die sich von den Fluggästen verabschieden.

Abgerundet wird das Buch mit einem Interview mit dem Flugpsychologen Reiner W. Kemmler sowie einer Linksammlung.

Das 192seitige Werk der Autoren Antje Blinda und Stephan Orth erschien 2010 im Ullstein Taschenbuch Verlag.

Alles in allem handelt es sich um ein sehr kurzweiliges und empfehlenswertes Buch, auch wenn ich mir bei einigen Zitaten nicht sicher bin, ob es sich um wirklich Erlebtes oder Folklore handelt.

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