Bier ist Freude

Bier und seine Rohstoffe
Bier und seine Rohstoffe

Liebe Schwesterinnen und Schwestern, liebe Brüderinnen und Brüder!

Eine lange Zeit heiligen Schweigens liegt hinter uns. Hinter uns liegt aber auch eine sehr viel längere Zeit des Glaubens, des einzig wahren Glaubens. Und eine noch längere Zeit des Glaubens liegt vor uns. Und dieser Glaube, dieser einzigartige, wahre, herrliche Glaube wird die Zeit überdauern. Wisset wohl: Zeit ist relativ, aber Bier ist eine feste Größe. Und wer fest und unbeirrt an das nächste Bier wohl glaubt, dem gehört das Himmelreich!

Eine lange Zeit heiligen Schweigens liegt hinter uns. Und doch, so wisset, stellt dies keinen Mangel seelischen Beistands dar. Denn wer dem wahren Glauben anhängt, dem steht sein nächstes Bier bei.

Und wer nicht nur falsch bekennt, dem Glauben anzuhängen, sondern ihn tatsächlich lebt, kann stets seinen Beistand, das nächste kühle Bier, genießen, sich daran laben, sich daran erfreuen.

Bier ist Freude, liebe Schwesterinnen und Schwestern, liebe Brüderinnen und Brüder! Bier ist eine große Freude gar! Bier ist nicht nur Freude: Bier ist auch Leben! Jeder Mensch möchte leben. Möchte wirkliches, erfülltes Leben, das sich lohnt, das Freude ist. Jeder Gläubige möchte Bier, möchte einen wirklichen, gefüllten Krug, das erfrischt, das Freude bringt.

Der gefüllte Krug ist ein Symbol des Lebens. Mit der Sehnsucht nach dem Leben ist auch die Sehnsucht nach dem nächsten Bier verbunden. Und die Abscheu vor dem leeren Kruge ist die Angst vor dem Tod. Und doch gehört beides zusammen.

Der Krug wird gefüllt und geleert, denn das ist seine Bestimmung, das ist der Kreislauf des Lebens, des Universums und des ganzen Restes. Bedenke: Nur an einem gefüllten Krug kann man sich erfreuen, doch nur einen leere Krug kann man befüllen. Ein voller Krug und ein leerer Krug – das gehört zusammen wie Freude und Trauer, wie Liebe und Hass, wie Leben und Tod.

Nur einen leeren Krug sollst du befüllen. Befüllst Du einen vollen Krug, so läuft dieser über. Und läuft der Krug über, geht der heilige Trank verschütt. Und verschüttetes Bier ist verschwendetes Bier. Und Bier ist Leben, ein verschwendetes Bier gleicht einem verschwendeten Leben[1]. Du aber sollst Dein Leben nicht verschwenden und nicht verschwenden sollst Du Dein Bier.

Eine lange Zeit heiligen Schweigens liegt hinter uns. In den unüberlieferten Schriften des Heiligen Pegels können wir lesen:

Genieße und schweig! Sei voller Ehrfurcht und Demut und Dank! Danke, wer Dir Dein Bier gebraut! Danke, wer Dir Dein Bier kredenzt!

Und ich sage Euch: Recht so! Denn wenn Du gleichzeitigen trinkst und redest, erreicht nicht alles Bier sein vorbestimmtes Ziel, es landet auf Tisch, Boden und Kleidung. Wenn Du gleichzeitig trinkst und redest, verschwendest Du Bier, verschwendest Du Leben. Und Dein Wirt wird argwöhnen. Argwöhnt er zu sehr, wird er Dir neues Bier, neues Leben verwehren. Ist er erzürnt, wird er Dich der heiligen Halle verweisen, aus dem Paradies vertreiben.

Die heiligen Hallen sind der Ort, wo der Glaube wohnt. Der Glaube ist in keinen irdischen Raum eingeschlossen; er bleibt unendlich über der Welt. Aber im Tempel ist er für uns trinkbar. Im Tempel wird das Bier zum Leben, der Mensch zum Mensch.

Lobpreiset den heiligen Trank, liebe Schwesterinnen und Schwestern, liebe Brüderinnen und Brüder!

[1] Die Kollegen der katholischen Kirche begründen damit das Verbot von Verhütungsmitteln. Dabei würde keiner auf die Idee kommen, ein Kondom über sein Bierglas zu ziehen. So
käme man doch gar nicht ran an das leckere Bier.

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