Uhren und Zeit
29. Juli 2010
Der größte Erfolg des Zeitgeistes: Alle haben Uhren – niemand hat Zeit.
Ernst Ferstl
Der größte Erfolg des Zeitgeistes: Alle haben Uhren – niemand hat Zeit.
Ernst Ferstl
Wenn eine Sache nicht bzw. nicht gut genug aussieht, muß man sie aufhübschen. Man verbessert das Aussehen so lange, bis die Erwartung (über)erfüllt werden.
Sieht eine Sache besser aus als sie soll, muß man sie runterhäßlichen. Man verschlechtert das Aussehen so lange, bis die Erwartungen an die Sache eine bestimmte Schwelle unterschreiten.
Es ist schön dem Zeitgeist zu folgen. Schöner ist es aber eine Antwort darauf zu haben.
Vincent Klink
Auch in diesem Jahr haben die Eltern meiner Freundin uns wieder zu einem Kurzurlaub in Waren (Müritz) eingeladen. Warum sollte man so eine Einladung ablehnen? Es gibt keinen Grund, also nahmen wir die Einladung an und buchten die Bahnfahrt.
Am Donnerstag Vormittag ging es dann los. Der InterConnex bringt einen in gut drei Stunden von Leipzig nach Waren, das zu einem guten Preis und die Fahrradmitnahme ist auch kein Problem.
In Waren angekommen hieß es, schnell das Gepäck wegbringen, denn eine Fahrt mit der Draisine war geplant. Gefahren sind wir die Strecke von Waren nach Schwinkendorf, etwa 13 Kilometer in jede Richtung. Bei Draisine dacht ich erst an so ein Ding mit großem Hebel, aber es waren Alu-Fahrraddraisinen. Die sind ausgelegt für bis zu vier Personen – zwei fahren, der Rest wird gefahren.
Am zweiten Tag war eine Radtour angesetzt und dieser Plan wurde natürlich auch umgesetzt. Erst ging es von Waren nach Federow. In Federow wird live aus einem Adler-Horst übertragen. Da in besagtem Horst gerade nichts los war – alle waren ausgeflogen – gab es ein paar ältere Aufnahmen aus diesem Jahr, z.B. Fütterungen und erste Flugversuche.
Von Federow ging es weiter nach Schwarzenhof und von dort aus nach Boek. Im Gutshaus Boek befindet sich ein kleines, aber feines Zinnfiguren-Museum. Neben historischen Szenen sind unter anderem Märchen dargestellt.
Der Rückweg führte dann vorbei am Käflingsberg und selbstverständlich ging es die 167 Stufen den Käflingsbergturm hinauf. Dieser Turm ist nicht nur ein Feuerwacht- und Mobilfunksendeturm, sondern auch ein Aussichtsturm, was sich auch anbietet, den Aussicht gibt es dort oben sehr reichlich. Man möchte sagen: soweit das Auge reicht.
Der Samstagvormittag galt dem Shoppen, nachmittags ging es dann in den Kletterwald Müritz. Obwohl ich mehrere Parcours geklettert bin, hatte ich erstaunlicherweise kaum Muskelkater. Am Abend ging es dann noch in den fünften Teil der Müritz-Saga mit dem Titel “Die Maske fällt”. Ich muß zugeben, daß mich nicht sonderlich überrascht hat, wer da hinter der Maske steckt, unterhaltsam war es aber dennoch. Und die Naturbühne auf dem Mühlenberg ist allemal einen Besuch wert.
Am Sonntag ging es dann nach einer Partie Minigolf zurück nach Leipzig. Der Zug war diesmal voller, aber glücklicherweise hatten wir ja reserviert.
Alles in allem ein abwechslungsreiches, kurzweiliges Wochenende, das zur Nachahmung empfohlen werden kann.
Was Arzneien nicht heilen, heilt das Messer; was das Messer nicht heilt, heilt (das) Brennen; was aber das Brennen nicht heilt, das muß als unheilbar angesehen werden.
Hippokrates von Kós